Das Programm widmet sich französischer und amerikanischer Klaviermusik der 1920er Jahre. Nach der Unterbrechung des Kulturlebens durch den ersten Weltkrieg kam es zu einer Neuorientierung der MusikerInnen und einer Auferstehung des Kulturlebens mit neuem Drive.
In diesem Programm hört man, wie Impressionismus, Ragtime, Novelty Piano, Klassik und Jazz sich über zwei Kontinente hinweg gegenseitig inspiriert haben. Keine Sackgasse, sondern ein Diagonalqueren der Stile beschreibt die Werke und ihre Komponisten: Jazzrhythmen, impressionistische Harmonien und eine Virtuosität die meistens nur von Klavierrollen gespielt werden kann erzeugen eine Klangcollage, die das chaotische, dreckige und heitere frühe zwanzigste Jahrhundert in all seiner Schönheit und seinem wilden Dadaismus darstellt.
Dieser außergewöhnliche Klavierabend spannt den Bogen von Pariser Komponisten wie Debussy, Ravel und Milhaud über Gershwins Hits I got Rhythm und _The Man I Love_zu den amerikanischen Jazz-Pianisten Fats Waller und James P. Johnson und den für selbstspielende Klaviere komponierten Novelty Rags von Zez Confrey und Roy Bargy. Abgerundet wird das Programm durch teils eigene Klavier-Versionen von Songs von Cole Porter und Annette Hanshaw.
1925 tanzte Josephine Baker erstmals in Paris auf einer europäischen Bühne – ihr origineller und neuartiger Tanzstil, bald unter dem Namen Charleston bekannt, löste einen regelrechten Hype unter den Franzosen aus und wurde zum beliebtesten Tanz der 20er Jahre. Josephine Baker war nicht nur Tänzerin, sondern auch Sängerin, Mitglied der Resistance, Spionin für die Alliierten und Kämpferin für die Rechte der schwarzen Minderheit in den USA.
Im Rahmen der Veranstaltung gibt es einen Solo-Charleston-Tanzworkshop für Besucher*innen, in dem Sandra Krulis auch einiges über den wichtigsten Tanz der 20er Jahre und seine Hintergründe erzählen wird. Vorkenntnisse sind dazu keine erforderlich! Während des Konzerts wird Sandra Krulis zu einigen der Stücke Charleston tanzen.
Programm
- Claude Debussy ..Minstrels
- ...General Lavine _eccentric_
- Golliwogg's Cake-walk
- Antonín Dvořák Humoreske op. 101/7
- Zez Confrey Humorestless
- Kitten on the Keys
- Dizzy Fingers
- Cole Porter Anything goes
- Let's do it (Constance Mering)
- Begin the Beguine (Art Tatum)
- Roy Bargy Pianoflage
- Darius Milhaud Caramel Mou
- Thomas “Fats” Waller Handful of Keys
- James P. Johnson Jingles
- Willie "The Lion" Smith Echoes of Spring
- George Gershwin Fascinating Rhythm
- Clap yo' Hands
- The Man I Love
- Swanee
- I got Rhythm
- Somebody loves me
